Venus für Flugzeug gehalten: Kopilot lenkt Passagierflugzeug in den Sturzflug

Eine am Montag veröffentlichte Untersuchung zu einem Zwischenfall gibt die Erklärung, warum ein Kopilot der kanadischen Fluggesellschaft Air Canada seine Boeing 767 in einen Sturzflug steuerte. Der unausgeschlafene Flugzeugführer hatte den Planet Venus mit einem anderen Flugzeug verwechselt, das sich auf vermeintlichem Kollisionskurs befand. Bei seinem Ausweichmanöver zog er seine Maschine ab­rupt nach unten.

Der Flug ging im Januar 2011 von Toronto nach Zürich. Über dem Atlantik hatte der Kopilot ein Nickerchen gemacht. Offensichtlich war er noch nicht ganz wach, als er den Planeten Venus entdeckte. Die Geräte warnten in diesem Moment vor einer Militärmaschine, die 300 Meter tiefer flog. Der erste Offizier hielt die Venus für diese Maschine und vollführte mit der Boeing das Manöver, das für einen Teil der Mitfliegenden nicht ohne Folgen blieb. Nach 46 Sekunden gelang es dem Piloten die Boeing abzufangen und in eine stabile Lage zu bringen. Passagiere und Flugbegleiter wurden herumgewirbelt. 16 Personen verletzten sich, sieben davon mussten nach der Landung in einem Krankenhaus behandelt werden. Besetzt war das Passagierflugzeug mit 95 Personen.

Der Untersuchungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass Sicherheitsregeln nicht beachtet wurden, demnach darf auf langen Flügen maximal 40 Minuten geschlafen werden und nach dem Erwachen haben 15 Minuten zu vergehen, bis ein Pilot wieder die Führung des Flugzeugs übernehmen darf.

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